Das Projekt geht der Frage nach, wie eine sozial gerechte und klimaschonende Lebensmittelversorgung über kleine und mittelgroße Circle Farming Systeme verwirklicht werden kann. Durch die gleichzeitige praktische Anwendung und Beforschung soll der gesellschaftlich und ökologisch wichtige Beitrag, für den Circle Farming das Potential hat, ausgeschöpft werden.
Klimawandel, Artensterben und industrielle Landwirtschaft erfordern bezüglich der Art der Lebensmittelerzeugung, aber auch der derzeitigen Art des Wirtschaftens ein Umdenken. Vielversprechende Konzepte für die landwirtschaftliche Transformation kommen aus dem Bereich wasserkreislaufbasierte Erzeugungssysteme, die im Projekt unter dem Begriff Circle Farming zusammenfasst werden. Hier wird Pflanzenanbau mit Fischzucht in einem technisch gesteuerten Wasser- und Nährstoffkreislauf kombiniert. Das spart Fläche, Wasser und Nährstoffe. Die klimaschützenden und klimaresilienten Anbaukonzepte eignen sich für Urban Farming, die Lebensmittelproduktion in der Stadt.
Circle-Farming-Ansätze wie Aquaponik, Hydroponik oder Aeroponik sind aktive Forschungszweige, in vielen großen Städten der Welt werden bereits kommerzielle Farmen betrieben. Trotzdem bleibt Circle Farming weiterhin eine Nischentechnologie, die ihr Potential noch bei Weitem nicht ausschöpft. Das Projektteam findet, dass das so nicht bleiben darf. In Entwicklung und Praxis sind dezentrale Ansätze im kleineren Maßstab mit einem primären Versorgungsfokus gegenüber großskaligen und kommerziell betriebenen Lösungen trotz ihres hohen Potentials unterrepräsentiert.
Hier setzt das Projekt an: Ziel des Projekts ist die Etablierung einer zivilgesellschaftlich getragenen Forschungscommunity mit Aktivitätsschwerpunkt in Nürnberg, bei der Kooperation, geteiltes Wissen und die gesellschaftlichen und ökologischen Synergien der Technologien im Mittelpunkt stehen. Deren Stärke ist es, unterschiedliche Wissensarten einzubinden. Dadurch, dass Forschung und Anwendung gleichzeitig angegangen werden, birgt der Ansatz großes Potenzial für die Umsetzbarkeit und langfristige Nutzung der erarbeiteten Forschungsergebnisse. Gemeinsam wird der Frage und dem Ziel nachgegangen, wie der Beitrag kleiner und mittelgroßer Circle Farming Systeme zu einer sozial gerechten und klimaschonenden Lebensmittelversorgung verwirklicht werden kann. Das ist ein wichtiger Baustein für eine sozial und ökologisch gerechte Ernährung der Zukunft.
Organisation:
Urban Lab
Kontakt zum Projekt:
Ulrich Hirschmüller
ulrich.hirschmueller@urbanlab-nuernberg.de
Bildrechte (c)
Simeon Johnke, 2023